Review: Die Ausgebufften
Wie sich aus letztem Satz erahnen lässt, der Film lief weit nach Mitternacht, und ich hatte gerade die Jagd auf Dr. No beendet, und noch bevor ich mich von der Couch aufrappeln konnte, zog mich diese 34 Jahre alte, bereits 10 Minuten laufende, Komödie in ihren Bann.
Ich möchte hier nicht groß über den Inhalt schreiben, diesen kann sich jeder selbst erlesen, etwa auf zelluloid.de oder auf der Website von Arté selbst. Wobei ich ja zugeben muss, diese beiden Texte ähneln sich schon beträchtlich. Wenn da mal nicht die Kopierpaste am Werk war. Aber ich schweife ab.
Eigentlich erwähne ich es auch nur, weil ich immer wieder nur dazu aufrufen kann, solchen Filmen eine Chance zu geben. Weder haben sie großartige Spezialeffekte, noch eine Besetzung deren Gage den Rahmen jeder Vernunft sprengt. Häufig sind sie nicht einmal besonders bekannt, zumindest nicht unter jüngerem Publikum. Fragt man dann seine Eltern, oder wie im Falle von Das große Fressen (das entgegen meinen eben getätigten Aussagen sowohl Spezialeffekte als auch eine bessere Besetzung aufweisen kann), seine Großeltern, dann stößt man nur auf einen irritierten Blick, nach dem Motto, was schaut der Junge denn da schon wieder.
Aber was bringt mich nun dazu Filme zu empfehlen, deren einzige Handlung darin besteht, sich fortzupflanzen? Man könnte hier schon auf den Gedanken kommen sich gleich klassischer Pornographie zu bedienen, ist doch die Bildqualität wenigstens zeitgemäß. Nein, denn neben dem reinen Beischlaf geht es auch um etwas anderes. Etwas so fundamentales, dass die Kunst selbst davon in direkter Abhängigkeit steht. Liebe. Es ist ganz einfach Liebe. Sei es nun zwischen Mann und Frau, oder wie bei den Ausgebufften zwischen zwei Jungen und einer Frau, es war, ist und bleibt ein zentraler Antrieb.
Also gönnen wir uns diese Ausflüge in alte Welten, nur um zu sehen, dass auch schon vor knapp 30 Jahren das Mittel zu einem guten Film das gleiche war wie heute, eine rührende Liebesgeschichte.
Schrieb ich, ich würde abschweifen? Oh ja, das tat ich nun aber gewaltig. Aber was soll's schon. Musste ja auch mal wieder gesagt werden. Aber um kurz noch einmal zum eigentlichen Thema zu kommen: Mir gefiel der Schluss. Ein Happy-End. Zwar liegt auf der Hand, dass die drei nicht wirklich glücklich werden, schließlich gibt es da immer noch die angesägte Vorderache, aber es ist doch schön, dass die Guten, auch wenn es die Bösen sind, gewinnen. Nicht wie bei Layer Cake. Schrecklich und total überflüssig meiner Meingung nach. Also schaut ihn euch an! Welchen? Alle, denn auch wenn das Ende bei Layer Cake nicht gut ist, der Weg dahin macht Spaß, außerdem ist die Musik gut, aber das ist ein anderes Thema.

